Verantwortungsvolles Spielen
Glücksspiel ist Unterhaltung, für die man bezahlt — nicht mehr und nicht weniger. Für die allermeisten bleibt es dabei. Für einen kleinen Teil verschiebt sich die Balance, und das oft schleichend. Diese Seite zeigt, welche Werkzeuge im Spielerkonto zur Verfügung stehen, woran sich eine Verschiebung erkennen lässt und wo es in Deutschland kostenlose, anonyme Hilfe gibt.
Wenn Sie sofort Hilfe brauchen: Die Telefonberatung zur Glücksspielsucht des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit ist unter 0800 1 37 27 00 kostenfrei erreichbar, montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr und freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr.
Fünf Grundregeln
Diese Punkte klingen banal, sind aber der Unterschied zwischen einem Hobby und einem Problem.
- Glücksspiel ist keine Einnahmequelle. Jedes Spiel hat einen mathematischen Hausvorteil. Auf lange Sicht gewinnt der Anbieter, das ist keine Meinung, sondern die Konstruktion.
- Nur Geld einsetzen, dessen Verlust nichts ändert. Wer Miete, Rücklagen oder geliehenes Geld einsetzt, spielt bereits mit falschem Kapital.
- Verlusten nicht hinterherlaufen. Der Versuch, einen Verlust zurückzuholen, ist der häufigste Einstieg in eine Abwärtsspirale.
- Nicht spielen unter Alkohol, unter starkem Stress oder in einer depressiven Phase. In diesen Zuständen fallen Entscheidungen anders aus als sonst.
- Zeit begrenzen und abwechseln. Wer Glücksspiel neben anderen Freizeitbeschäftigungen hat, merkt eine Verschiebung früher.
Schutzwerkzeuge im Konto
Seriöse Anbieter stellen Instrumente bereit, mit denen sich das eigene Spiel begrenzen lässt. Sie kosten nichts und wirken sofort.
| Werkzeug | Was es bewirkt |
|---|---|
| Einzahlungslimit | Begrenzt den Betrag, der pro Tag, Woche oder Monat eingezahlt werden kann. |
| Verlustlimit | Stoppt das Spiel, sobald ein festgelegter Verlust erreicht ist. |
| Einsatzlimit | Begrenzt die Höhe der einzelnen Wette. |
| Sitzungslimit | Beendet die Sitzung nach einer festgelegten Spielzeit. |
| Auszeit | Sperrt das Konto für einen kurzen Zeitraum, etwa 24 Stunden oder eine Woche. |
| Selbstsperre | Sperrt das Konto dauerhaft oder für einen längeren Zeitraum. |
Ein Detail, das man kennen sollte: Eine Verschärfung greift in der Regel sofort, eine Lockerung erst nach einer Wartezeit. Diese Asymmetrie ist beabsichtigt — sie verhindert, dass ein Limit im Affekt aufgehoben wird. Beim getesteten Anbieter lassen sich Limits im Kontobereich setzen, eine Sperre wird über den Support beantragt.
Anzeichen für problematisches Spielverhalten
Eine Verschiebung passiert selten von einem Tag auf den anderen. Diese Beobachtungen gelten als Warnzeichen und stammen aus der Suchtberatung.
- Die Gedanken kreisen auch außerhalb des Spiels um Einsätze, Gewinne und die nächste Sitzung.
- Die Einsätze steigen, weil der bisherige Betrag nicht mehr denselben Reiz auslöst.
- Verluste werden mit weiteren Einsätzen zurückgeholt statt akzeptiert.
- Das Spielen wird vor Familie, Partnern oder Freunden verschwiegen oder heruntergespielt.
- Arbeit, Ausbildung oder Verpflichtungen leiden unter dem Zeitaufwand.
- Geld wird geliehen, umgeschichtet oder Wertgegenstände werden verkauft, um weiterspielen zu können.
- Versuche aufzuhören scheitern wiederholt.
- Reizbarkeit, Unruhe oder gedrückte Stimmung, wenn nicht gespielt werden kann.
Trifft einer dieser Punkte zu, ist das kein Urteil, sondern ein Anlass, mit jemandem darüber zu sprechen. Ein anonymer Selbsttest steht auf check-dein-spiel.de zur Verfügung.
Beratungsstellen in Deutschland
Alle hier genannten Angebote sind kostenlos. Die Telefonberatungen sind zusätzlich anonym.
| Stelle | Kontakt | Angebot |
|---|---|---|
| Telefonberatung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit | 0800 1 37 27 00 Mo–Do 10–22 Uhr, Fr–So 10–18 Uhr |
kostenfreie Beratung für Spielende, Angehörige und Interessierte |
| Landeskoordinierungsstellen Glücksspielsucht | 0800 077 66 11 | kostenfreie und anonyme fachliche Beratung |
| Check dein Spiel | check-dein-spiel.de | Selbsttest, Informationen und Online-Beratungsprogramm |
| DigiSucht | suchtberatung.digital | digitale Suchtberatung per Chat, Mail und Video |
| Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen | dhs.de | Dachverband der Suchthilfe, Vermittlung von Angeboten |
| Fachverband Glücksspielsucht | gluecksspielsucht.de | Interessenvertretung und Fachinformationen |
| Beratung vor Ort | bundesweit-gegen-gluecksspielsucht.de | Suche nach Beratungsstellen in der Nähe |
Wer sich in einer akuten seelischen Notlage befindet, findet rund um die Uhr Ansprechpartner bei der Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222.
Selbstsperre und OASIS
In Deutschland existiert mit OASIS ein bundesweites Sperrsystem, das von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder betrieben wird. Wer dort eingetragen ist, wird von allen in Deutschland lizenzierten Anbietern abgewiesen — von Spielhallen über Sportwettenanbieter bis zu Online-Casinos mit deutscher Erlaubnis. Die Sperre lässt sich selbst beantragen, sie gilt mindestens ein Jahr und wird nicht automatisch aufgehoben.
Wichtige Einschränkung. OASIS greift nur bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis. Ein Casino mit einer Lizenz aus Curaçao — wie das hier getestete — ist nicht an das System angeschlossen. Wer sich wirksam schützen will, sollte die Sperre deshalb mit einer Selbstsperre direkt beim jeweiligen Anbieter kombinieren und zusätzlich eine Blocking-Software auf Geräten einrichten.
Beim getesteten Anbieter läuft die Selbstsperre über den Support: Auf Anfrage wird das Konto vorübergehend oder dauerhaft gesperrt. Der Live-Chat ist rund um die Uhr erreichbar, zusätzlich gibt es eine E-Mail-Adresse und einen Telegram-Kanal.
Schutz von Minderjährigen
Glücksspiel ist in Deutschland ab 18 Jahren erlaubt. Anbieter prüfen das Alter bei der Verifizierung, aber der wirksamste Schutz liegt im Haushalt selbst.
- Zugangsdaten und Zahlungsmittel niemals speichern, wenn Kinder oder Jugendliche dasselbe Gerät nutzen.
- Jugendschutzsoftware einrichten, etwa JusProg, Net Nanny oder die Kindersicherung des Betriebssystems.
- Eigene Konten nicht weitergeben. Die Weitergabe an Minderjährige ist bei praktisch allen Anbietern ein Verstoß und führt zur Sperre.
- Über Zufall und Wahrscheinlichkeit sprechen, bevor Lootboxen und ähnliche Mechaniken in Spielen zum Thema werden.
Für Angehörige
Wer im Umfeld ein Glücksspielproblem vermutet, steht oft zwischen Sorge und Hilflosigkeit. Drei Punkte aus der Beratungspraxis.
- Schulden nicht übernehmen. Das verschafft kurzfristig Ruhe und verlängert langfristig das Problem.
- Konkret statt vorwurfsvoll ansprechen. Beobachtungen benennen, nicht Charaktereigenschaften.
- Eigene Beratung nutzen. Die genannten Telefonnummern stehen ausdrücklich auch Angehörigen offen.
Häufig gestellte Fragen
Wo finde ich anonyme Hilfe bei Glücksspielproblemen?
Die Telefonberatung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit ist unter 0800 1 37 27 00 kostenfrei erreichbar, montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr und freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Kostenfrei und anonym beraten außerdem die Landeskoordinierungsstellen unter 0800 077 66 11.
Wie setze ich ein Einzahlungslimit?
Im Kontobereich des Anbieters unter den Einstellungen zum Spielerschutz. Eine Verschärfung greift in der Regel sofort, eine Lockerung erst nach einer Wartezeit.
Schützt mich eine OASIS-Sperre bei jedem Casino?
Nein. OASIS greift ausschließlich bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis. Casinos mit einer Lizenz aus anderen Jurisdiktionen sind nicht angeschlossen. Dort ist zusätzlich eine Selbstsperre direkt beim Anbieter nötig.
Kann ich mein Konto beim getesteten Anbieter sperren lassen?
Ja. Auf Anfrage beim Support wird das Konto vorübergehend oder dauerhaft gesperrt. Der Live-Chat ist rund um die Uhr und ohne Anmeldung erreichbar.
Ab welchem Alter ist Glücksspiel erlaubt?
In Deutschland ab 18 Jahren. Anbieter prüfen das Alter im Rahmen der Verifizierung. Die Weitergabe eines Kontos an Minderjährige ist verboten und führt zur Sperre.
Zuletzt aktualisiert am 16. August 2026. Telefonnummern und Öffnungszeiten der Beratungsstellen wurden am 16. August 2026 überprüft.
